Massanfertigung

Auf keinen Fall Textbausteine zusammenwürfeln! Jede Bewerbung ist ein Unikat. Gehen Sie auf die Stellenausschreibung ein. Zeigen Sie, dass Sie sich über das Unternehmen informiert haben. Geht aus der Stellenanzeige nicht hervor, wer die Bewerbung bearbeitet, telefonisch Ansprechpartner erfragen und Name buchstabieren lassen..

1A-Qualität

Vertipper, Flecken und verknicktes Papier gehen gar nicht, egal ob im Anschreiben oder in den Anlagen. Gewöhnen Sie sich an, beim leisesten Zweifel an Rechtschreibung oder Grammatik im Duden nachzuschlagen. Lassen Sie Freund oder Freundin Korrektur lesen.

Seriöse Sprache

Auch wenn Sie den Empfänger der Bewerbung persönlich kennen, etwa von einem Praktikum oder einer Hochschulmesse, bleibt er/sie für Sie immer noch ein “Sehr geehrte/r …” und kein “Hallo …”. Schliesslich geht die Bewerbung im Unternehmen durch mehrere Hände. Umgangssprache ist fehl am Platz. Formulieren Sie präzise, ohne Schachtelsätze, komplizierte Partizipialkonstruktionen, Fachchinesisch oder Allgemeinplätze (“ich bin teamfähig, kommunikativ und belastbar”).

Klar und knapp

Beschränken Sie sich auf eine Seite. Versuchen Sie nicht, mit Spaltenbreite, Zeilenabstand oder Schriftgrösse zu tricksen. Drei Absätze sorgen für einen guten optischen Eindruck: Motivation, Erfahrungen/Fähigkeiten,(Eintrittstermin, Gehaltsvorstellung, Referenzen etc.).

Direkter Einstieg

Wenn Sie mit “hiermit bewerbe ich mich als…” oder “Ihre Stellenausschreibung interessiert mich”, beginnen, verschwenden Sie Platz. Packen Sie Ihre stärksten “Verkaufsargumente” in den ersten Absatz: Was hat das Unternehmen davon, wenn es ausgerechnet Sie einstellt? Warum sind Sie besonders für die Stelle geeignet? Wo liegt Ihre Motivation? Ein guter Aufhänger ist auch ein persönlicher Kontakt: “Vielen Dank für das freundliche Gespräch auf der Rekrutierungsmesse”

Kundenorientierung

Der Personalverantwortliche, der Ihre Bewerbung liest, ist Ihr “Kunde”. Ihm gebührt Ihre ganze Aufmerksamkeit. Welche Erwartungen hat er an Sie und wie können Sie diese erfüllen? Versetzen Sie sich in diese Person, dann kommen die Worte von alleine. Zum Beispiel: “Aufgrund meiner praktischen Erfahrungen im Konsumgütergeschäft und eines mehrmonatigen Einsatzes in Frankreich traue ich mir zu, Ihr dortiges Marketing voranzubringen.” Beginnen Sie nicht jeden Satz mit “ich”, das wirkt selbstverliebt.

Beweisen statt behaupten

Natürlich werden Anforderungen wie Teamfähigkeit oder Eigeninitiative nicht umsonst in der Stellenausschreibung erwähnt. Dies ist aber keine Einladung, diese Schlagwörter aneinanderzureihen. Lassen Sie Fakten sprechen: Eine erfolgreiche Mitarbeit bei einer Studenteninitiative zeigt, dass Sie ein Teamspieler sind und Eigeninitiative entwickeln.

Vollständige Angaben

Mancher Bewerber ignoriert die Aufforderung in der Stellenanzeige, eine Gehaltsvorstellung zu äussern. Nur keine falsche Bescheidenheit und nennen Sie eine Gehaltsspanne, bezogen auf ein Jahr. Auch der Eintrittstermin ist wichtig.

Der Lebenslauf

Formale Richtigkeit

Die Angaben zur Person deshalb besonders sorgfältig prüfen! Monatsgenaue Zeitangaben sind bei den beruflichen Stationen Pflicht. Nichtschweizer vermerken neben der Staatsangehörigkeit die Aufenthaltsbewilligung.

Das Wichtigste zuerst

Das Positive, mit dem Sie am stärksten punkten können, gehört nach oben. In der Regel ist das Ihre Berufserfahrung. Praktikas fallen auch darunter. Haben Sie in dieser Richtung gar nichts vorzuweisen, beginnen Sie mit dem Studium. Es folgen die Schulzeit, besondere Kenntnisse/Erfahrungen und möglicherweise gesellschaftliches Engagement. Innerhalb jedes Gliederungspunktes begeben Sie sich gemäss der “amerikanischen Chronologie” aus der Gegenwart zurück in die Vergangenheit. So steht die aktuellste Station immer zuoberst.

Nur das Nötigste

Im Unterschied zum Anschreiben kommt der Lebenslauf mit Stichpunkten aus. Vermeiden Sie lange Erklärungen – die heben Sie sich für das Vorstellungsgespräch auf. Mehrere ähnliche Praktika beim selben Arbeitgeber können Sie zusammenfassen. Je älter eine berufliche Station ist, desto knapper soll die Information dazu ausfallen. Zu Ihrer Schulzeit interessiert nur, wo und wann Sie Ihren Abschluss gemacht haben. Beschränken Sie sich insgesamt auf zwei Seiten.

Ergebnisse zählen

Erfolge sagen mehr als schöne Titel. Deshalb erwähnen Sie besondere Auszeichnungen im Studium oder tolle Projekte im Job. Das hilft dem Personalverantwortlichen, Ihren Werdegang richtig einzuschätzen. Sprachkenntnisse werden mit einer Angabe zum Niveau ergänzt.

Bewerbungsfoto

Grundsätzlich …

Die anonyme Bewerbung, die seit kurzem in einigen Ländern Einzug hält, findet auch in Schweizer Unternehmen immer mehr Unterstützer. Das heisst, ein Foto fügen Sie nur dann in Ihren Lebenslauf ein, wenn es ausdrücklich verlangt wird.

Dossier und Anlagen

Klassisch, praktisch, gut

Ein einfaches Dossier mit Pappdeckeln im mittleren Preissegment reicht vollkommen. Achten Sie auf Klemmheftung und verwenden Sie “normales” 80-Gramm-Papier. Jedes Blatt in eine Klarsichthülle zu stecken, wirkt überkorrekt und erschwert die Weiterverarbeitung in der Personalabteilung –oft werden die Unterlagen ja sofort gescannt.

Richtige Reihenfolge

Die Zeugnisse folgen den Stationen im Lebenslauf. Wenn Sie dort mit “Berufserfahrung” gestartet sind, kommt also das aktuellste Arbeitszeugnis zuerst. Danach Studienzeugnisse, eventuell das Maturazeugnis und sonstige Nachweise, etwa zu Weiterbildungen. Die Logik ist die gleiche wie im Lebenslauf: das Wichtigste immer zuerst.

Vollständigkeit

Grundsätzlich soll jede Station im Lebenslauf, für die üblicherweise ein Zeugnis ausgestellt wird (Arbeitsverhältnis, Praktikum, Weiterbildung), dokumentiert sein. Umgekehrt stört alles, was sich nicht in den Lebenslauf einordnen lässt. Manchmal ist das Zeugnis zum letzten Job noch nicht ausgestellt – dann genügt ein Hinweis “Zeugnis wird nachgereicht” im Lebenslauf. Ein Zeugnis wegen einer schlechten Beurteilung wegzulassen, geht nicht. Bescheinigungen über Kurzseminare oder Freizeitaktivitäten haben keinen Platz im Dossier. Das Maturazeugnis beim Berufseinstieg vorlegen, nach mehreren Jobwechseln wird es nicht mehr erwartet.

Aufwand begrenzen

Fast kein Unternehmen erwartet, dass Sie Kopien beglaubigen lassen. Wenn doch, würde es ausdrücklich in der Stellenanzeige darauf hinweisen. Fremdsprachliche Zeugnisse – ausser solchen in Englisch – übersetzen Sie selbst. Wenn der Arbeitgeber Zweifel an Ihren Sprachkenntnissen hat, können Sie immer noch eine Profi-Übersetzung nachreichen. Auf keinen Fall Originale verschicken!