wer_bin_ich

Ob Assessment Center oder Einzelinterview, die Bitte nach einer kurzen Darstellung Ihres Werdegangs steht oft an erster Stelle des jeweiligen Auswahlverfahrens. „Bitte stellen Sie sich zur Person und zu Ihrer beruflichen Entwicklung vor“ oder „Fassen Sie Ihren Werdegang für uns bitte zusammen“, lautet dann die Aufforderung an Sie.

Lebenslauf nachbeten – langweilig

Eins wollen Ihre Gesprächspartner dann allerdings nicht von Ihnen hören: Die chronologische und lückenlose Wiederholung Ihres Lebenslaufs mit allen einzelnen Stationen, beginnend mit dem höchsten Schulabschluss, endend mit der heutigen Position.

Denn diesen kennen sie nach der ersten Vorauswahl der Bewerbungsunterlagen schon. Im Gegenteil: Sie sollen in fünf Minuten über die schriftliche Bewerbung hinaus mündlich Ihre Qualifikationen sowie prägende Erfahrungen benennen und strukturiert präsentieren. Und zwar immer mit dem Fokus auf die stellenbezogenen Anforderungen Ihres potenziellen Arbeitgebers.

Ich bin, ich kann, ich will

Eine wirkungsvolle Kurzpräsentation besteht aus den folgenden Bausteinen: Ich bin, ich kann, ich will.

Ich bin: Sie stellen sich mit Ihrem Namen vor. Sie beschreiben Ihre aktuelle Situation.

Ein Beispiel:

„Ich bin 35 Jahre, Wirtschaftsinformatiker und zurzeit als Projektleiter bei der…..GmbH tätig. Dort betreue ich das Thema Weiterentwicklung für den ganzen IT Bereich des Unternehmens

Oder: „Ich stehe kurz vor Abschluss meines B. Sc.-Studiums der Strategie in der Unternehmensweiterentwicklung Gesamt-IT. Meine Bachelor Thesis werde ich Ende Dezember 2012 abgeben. Sie hat das folgende Thema….“
Ich kann: Sie benennen die wichtigsten Stationen des Werdegangs. Dann folgen Leistungs- oder Projektbeispiele, die für Ihren Gesprächspartner und die Position von Interesse sind.

Schildern Sie kurz die aus Ihrer Sicht für die angebotene Stelle wichtigsten Qualifikationen, die Sie mitbringen. Ebenso die wichtigsten Kenntnisse mit kurzem Hinweis auf die beruflichen oder anderen Stationen, in denen Sie diese erworben haben.

Ein Beispiel:

„Ich verfüge über mehr als fünf Jahre Erfahrung als Projektleiter auf Stufe Senior Management. Zudem bin ich sehr gut als Ansprechperson mit den anspruchsvollen Projekten intern wie extern vertraut.
Als aktuelles Projektbeispiel, das zu den zu erwartenden Aufgaben aus meiner Sicht gut passt, möchte ich Ihnen das folgende kurz beschreiben“.

Hier beschreiben Sie das Projekt mit Ziel, Ihrer Aufgabe und dem quantitativen und/ oder qualitativen Resultat. Im Anschluss fassen Sie – als Resultat Ihres beruflichen Werdegangs – Ihre fachlichen und persönlichen Stärken und Kompetenzen zusammen.

 

Ich will: Sprechen Sie über Ihre Ziele mit dieser Bewerbung und über die von Ihnen angestrebte Position. Ein Beispiel: „Ich möchte nun die Erfahrungen aus meinem Studium, den Praktika, sowie meiner Bachelor Thesis nutzen und sie in der Position in Ihrem Hause weiterentwickeln.“

Was tun bei schwierigen Themen?

Bei Lücken im Lebenslauf sollten Sie diese kurz nennen, sofern sie länger als vier Monate sind, und mit Inhalt füllen. Sie sollen sich nicht rechtfertigen, sondern sachlich darstellen, was in dieser Zeit war und welche Erfahrungen Sie in für die weitere berufliche Zukunft Sie aus dieser Zeit erworben haben.

Erläutern Sie im Anschluss kurz, wie sich Ihre aktuelle berufliche und persönliche Situation heute darstellt. Gehen Sie auch in Ihrer Selbstdarstellung sachlich-offen mit negativen beruflichen Entscheidungen oder anderen schwierigen Themen um.

Präsentation auf Stellenanforderungen abstimmen

Entscheidend ist für die Bewerberauswahl letztendlich immer die grosse Übereinstimmung zwischen den Ihren Qualifikationen und den Anforderungen des potenziellen Arbeitgebers. Wenn Sie in einem Bewerbungsgespräch oder Assessment Center sitzen, hat Ihr Werdegang Ihre Gegenüber zumindest in der schriftlichen Form schon überzeugt.

Zwei Tipps zum Schluss

Nutzen Sie aktive und positiv besetzte Aussagen, nicht passive und negative.

Also nicht: „Ich wurde nicht gefördert…“, „ich kam mit meinem Vorgesetzten nicht zurecht“, „Ich konnte nicht.., daher habe ich gekündigt …“.

Sondern: „Ich war verantwortlich für…“ oder „Ich wechselte zu der XXX AG, um dort als Projektleiter das Thema … zu verantworten und meine Schwerpunkte auszubauen.“.

Üben, üben, üben

Schreiben Sie vor dem Bewerbungstermin im Unternehmen Ihre Selbstdarstellung nach den oben genannten Themenbausteinen in Stichworten auf und üben Sie diese im Vorfeld, idealerweise mit Personen Ihres Vertrauens, abgestimmt auf die Aufgaben und Anforderungen der neuen Stelle und immer nach dem Motto „Beschreiben, nicht bewerten“.